Wer kennt sie nicht, die Nummer der freiwilligen Feuerwehr? …

 

 

Im Ernstfall wählen wir die 112!!!

Und was genau verbirgt sich überhaupt hinter dieser Institution? Was leisten die Menschen, die sich diesem Amt verschrieben haben für die Gemeinschaft, für uns? Ist die Feuerwehr hier bei uns gut aufgestellt? Gibt es genügend Nachwuchs? Diese Fragen und noch eine ganze  Menge mehr beschäftigen mich, dazu will ich mehr wissen …

Ich bin verabredet, um in einem Gespräch etwas über die ehrenamtliche Arbeit und den persönlichen Einsatz eines engagierten Feuerwehrmannes zu erfahren.

(Ich benutze in meinem Bericht in der Erwähnung der Kameraden die männliche Form, der Einfachheit halber – die aktiven Frauen mögen es mir bitte nachsehen 🙂 )

 

Ich  meine ersten Fragen und erfahre, das es etwas Zeit erfordert, bis man überhaupt ein gut ausgebildeter Feuerwehrmann ist. Die Grundausbildung für Fahrzeug und Technik sind erst der Anfang. Diese Schulungen werden über einen Zeitraum von 2 Jahren absolviert. Weitere Fortbildungsveranstaltungen schließen sich an. Dabei sucht sich jeder die Lehrgänge aus, die gut zu ihm passen und sich nach den eigenen Interessen richten. Das sind in Summe viele Theoriestunden, die ein lernwilliger, motivierter Feuerwehrmann leistet.

Bereits mit 10 Jahren kann der Weg zum Feuerwehrmann beginnen. Bis zum 18. Lebensjahr bleibt man in der Jugendfeuerwehr. Mit 17 kann man aber bereits bei den „Großen“ schnuppern.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben genau so wie die „Aktiven“ von Beginn an einen festen Dienstplan. Im 14tägigen Rhythmus trifft man sich zu den Dienstabenden. Hier wird Theorie und Praxis besprochen und in einer 90 – minütigen Einheit geübt, um sich für den Ernstfall zu schulen.

Eine Uniform wird jedem gestellt.

Um die Gemeinschaft der Jugendlichen zu pflegen, finden gemeinsame Unternehmungen wie die regelmäßigen Treffen, gemeinsame Ausflüge z.B. in Zeltlager, Kart fahren, Bowlen, Schwimmen, 24-Stunden-Übungen und Wettkämpfe statt. Diese Unternehmungen sind für die Teilnehmer kostenlos.

Ich erfahre, das Abläufe, Teamgeist und Kameradschaft immer wieder trainiert und gefestigt werden, damit die Handgriffe im Einsatz sitzen und damit die Wehrmänner sich untereinander gut kennenlernen und schnell beurteilen können, wenn es einem Kameraden schlecht geht. Die Sicherheit eines jeden wird in den Reihen der Feuerwehrmänner sehr groß geschrieben und ist durch Schutzkleidung, gute Ausbildung und die genaue Beobachtungsgabe eines jeden gewährleistet. Jeder soll nach einem Einsatz heile nach Hause kommen.

Aus diesem Grund gibt es auch schon vor dem Einsatz eine Gefahrenanalyse und die ebenso wichtige Nachbesprechung nach einem Einsatz noch an der Einsatzstelle oder im Anschluss am Feuerwehrgerätehaus. Eine Erörterung der Abläufe ist sehr wichtig. Hat jeder seinen Posten besetzt? Sind die Aufgaben pflichtbewusst erfüllt worden? Ist alles zufriedenstellend gelaufen? Bei Bedarf kann auch psychologische Unterstützung hinzugeholt werden.

Doch damit nicht genug. Weil nach dem Einsatz vor dem Einsatz ist, muss nach jedem Gebrauch das Fahrzeug gereinigt, die Geräte aufgetankt und zusammen mit der Kleidung für den nächsten Einsatz bereitgelegt werden.

Ich erhalte sehr detaillierte Informationen rund um das Thema Feuerwehr und bin sehr beeindruckt ,was diese Männer und Frauen für uns leisten. Hinzu kommt die freiwillige Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr. Sie sehen ihre Aufgabe als Pflichtprogramm, es als Hobby zu bezeichnen würde der Sache auch nicht gerecht.

Die Almer Feuerwehr besteht derzeit aus ca. 50 Mitglieder. Das sind Jugendliche, Aktive, Mitglieder der Alters- und Ehrenkompanie und die Förderer. Die ca. 30 Aktiven (davon 2 Frauen) leisten einen aktiven Dienst, d.h. sie bilden sich fort, nehmen an Dienstabenden und Einsätzen teil, organisieren und besuchen Zugführungen/Treffen mit Ortschaften und Verbänden und unterstützen Sonderveranstaltungen im Ort und den umliegenden Dörfern.

Sie sind dabei wenn Schützenfestumzüge abgesichert werden, die Fackeln beim Martinszug kontrolliert abbrennen sollen und Straßen gesperrt werden müssen. Sie übernehmen die Brandwache am Osterfeuer, unterstützen den Umwelttag des Ortes, sind präsent bei Festen auf Kreisebene, übernehmen den Brandschutz bei Großveranstaltungen. Manchmal ist auch geballte Manpower bei Freibadeinsätzen gefragt. Die Anwesenheit auf den hiesigen Dorffesten ist ein weiterer fester Bestandteil im Jahreskalender der Almer Wehr. Auch hier ist man als Helfer bereit mit anzupacken. Das eigene Waldfest an den schwarzen Tannen sowie die Kameradschaftsfahrt im 2-Jahres-Rhythmus runden die Aktivitäten ab.

Ich rechne kurz nach und überschlage die vielen Stunden Ehrenamt und komme auf runde 2000 pro Jahr! Was für eine Zahl!!!

All diese Aktiven geben 100% und die Bereitschaft genau dieses Ehrenamt zu leisten. Sie tun es aus Überzeugung und bringen Einsatz für die Gemeinschaft, sie haben ein großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber denen, die hier leben!

Aber es sind derzeit „nur“ 30!! Und der Altersdurchschnitt der aktiven Feuerwehrmänner hier in Alme ist hoch. Körperliche Grenzen sind gesetzt! Nachwuchs ist daher dringend nötig. Man wünscht sich engagierte Macher. Alle Freiwilligen sind herzlich willkommen. Jeder ist angesprochen, einfach mal reinzuschnuppern und sich auszuprobieren.

Denn stell dir vor es brennt und niemand kommt!

 

Viele beeindruckende Worte und zweieinhalb Stunden später schlage ich mein Notizbuch zu und gehe mit einer Menge an neuen Informationen und einer großen Portion Respekt vor dem Engagement dieser Kameraden, die mir im Notfall helfen können nach Hause.

Vielen Dank an Christoph Schneymann, mit dem ich dieses Gespräch geführt habe und der mir einen tiefen Einblick in das Leben eines Feuerwehrmannes gegeben hat, der seit 33 Jahren aktiv dabei ist.

Ebenfalls danke ich Thomas Bauerfeind (Löschgruppe Alme) und Marc Heines (Löschgruppe Brilon), die meinen Beitrag mit fachlichem Rat ebenfalls begleitet haben.

Es war mir ein Anliegen, über eine Institution unseres Ortes zu schreiben, deren Einsatz eher im Verborgenen schlummert.

Im Einsatz – für uns!

2 Gedanken zu „Im Einsatz – für uns!

  • Melanie, ein gelungener Bericht und vielen Dank an die Kameraden der Feuerwehr für ihren ehrenamltichen Einsatz für unsere Dorfgemeinschaft.

  • Man kann nur hoffen das viele diesen Bericht lesen und würdigen wie wichtig das Ehrenamt Feuerwehr ist.
    Ein nachdenklicher aber auch toll geschriebener Bericht von Melanie.
    Wir leben in keiner Vollkaskogesellschaft.
    Bernd Kaiser

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