Ein Dorfspaziergang zum Nachdenken …

Es waren einige die sich dafür interessierten. Einige die der Einladung der Dorfgemeinschaft Alme e.V. am Nachmittag des 9. November gefolgt sind, um einen Rundgang durch das Dorf zu machen und dabei Doris Seifert und Wolfgang Kraft zu lauschen, die umfangreich recherchiert hatten und viel aus den Leben der damals hier ansässigen Juden erzählten.

Da gab es die Judengasse entlang der Schlossmauer, vier Häuser hatten einst dort gestanden. Daneben die alte Synagoge. Die Familien lebten sowohl in Ober- als auch in Niederalme, die meisten mit vielen Kindern. Fleißig, hilfsbereit und meistens ein Gewerbe unterm Dach. Erst waren es viele. Davon zog es einige in die Ferne, um dort das Glück zu suchen. Einige wenige blieben, auch bis ins hohe Alter.

Ein Streifzug durch ein Stück Zeitgeschichte, der die Zuhörer fesselte. Immer wieder an anderer Stelle im Ort. Innehalten, zuhören, gedenken.

Neben Planken Haus wurde um höfliches Eintreten in die gute Stube der Ruhstätts gebeten, bildlich gesehen, denn das Haus gibt es nicht mehr. Franz und Heinz Planken erinnerten sich an die Nachbarn, hatten es aufgeschrieben vor langer Zeit, Geschichte wurde lebendig im Vortrag des Sohnes. Ebenso hier auch die Worte über ein Geleit eines jungen Juden an die Regierung Arnsberg, um Wohnsitz und ein Blaufärbergewerbe in Niederalme und die Heirat mit einer jungen Dame. Dann, etwas weiter, der geschenkte Gartenplatz für eine neue Synagoge direkt um die Ecke neben Brunen Haus. Eine weitere Zeitzeugin kam hier zu Wort, Gedanken aus der Kinderzeit. Sie erinnert sich in einem Brief an den tollen Kronleuchter im Inneren und den neugierigen Vetter, der auf einer Leiter am Synagogenfenster lauschte.

Nahe der Almequellen dann die letzte Ruhestätte der Almer Juden am Judenknapp. Die Töne des Liedes „Haven Shalom Maleichem“ zogen leise über die letzten zwei Gedenksteine bevor ein sehr interessanter Nachmittag zu Ende ging.


Vielen Dank an Doris und Wolfgang für euren Einsatz, die intensive Recherche, das tolle Bildmaterial und die verwendeten Zeitzeugenberichte.

Text: Melanie Stratmann
Bilder: Dorfgemeinschaft Alme e.V.

Unsere Nachbarn waren Juden

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