(Mit Schmackes durchs Sauerland) …

Was passiert, wenn sich neun wanderlustige Frauen, zwei tapfere Männer und darunter noch zwei sprachgewaltige Wanderführerinnen zu einer Themenwanderung treffen? Richtig: Es wird gewandert. Es wird beömmelt. Und das mit ordentlich Karacho!

Am Samstag, dem 28. Juni 2025, machte sich die Dorfgemeinschaft Alme e.V. bei sonnenwarmem Windwetter – also Wanderwetter deluxe – auf den Weg. Treffpunkt: der allseits bekannte Entenstall in Alme, Startzeit: 13 Uhr (für Sauerländer fast noch Vormittag).

Die Route: ein echter Klassiker – über Renne, Mesternholz, Riesen, Madfelder Holz und verwildertem Mannöverweg ins idyllische Immental bis nach Radlinghausen City. Aber Moment mal! Wer glaubt, hier geht’s nur ums Wandern, der hat das „Beömmeln“ missverstanden. Denn Cordula Kaup und Melanie Stratmann hatten nicht nur die Streckenplanung, sondern auch den kompletten Sauerländer Wortschatz im Rucksack. Ach was „im Rucksack“, Melanie hatte sich eigens ihr T-Shirt mit den wichtigsten Sauerländer Begriffen bedrucken lassen.

Und so wurde an jeder Biegung eine Pause eingelegt – nicht etwa, weil jemand keine Puste mehr hatte („lethargisch“ kennt man hier nicht), sondern weil es etwas zu beömmeln gab.

Was wir gelernt haben:

Ein Bütterken ist keine Brotsorte aus Skandinavien, sondern ein belegtes Brot – je nach Scheibenstärke von Brot und Belag entscheidet sich, ob’s ein „Butter“ oder ein „Bütterken“ ist. Feinheiten Freunde, Feinheiten!

Ommas und Oppas mit doppeltem Konsonanten sind keine Tippfehler, sondern wandelnde Herzensmenschen, woll!

Wer auf seine Frage nur ein „Isso!“ bekommt, sollte einfach nicht weiter fragen. Wer’s doch tut, kriegt ein „Willze machen!“ on top und darf sich glücklich schätzen, dass er nicht direkt einen „Kawupptich“ übergebraten bekommt.Und dann war da noch der Ömmes – ein Superlativ in Person. Also eigentlich in allem. Egal ob Schnitzel, Gartenzwerg oder Stubenfliege: Wenn’s riesig ist, ist’s ein Ömmes. Und wenn’s noch ’nen Zacken schärfer ist, ist’s ein Oschi, Kaventsmann oder ein Riesenapparillo. Aber Vorsicht: Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich lautenden Mömmes! Der gehört in die Nase, ist deshalb kein Ömmes. Außer, er ist richtig riesig.

Nach einer ausgiebigen Rast in der Partydeele im Mehrgenerationenhaus in Radlinghausen bei Andrea und Theo Müller – Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke inklusive – ging’s frisch gestärkt auf den Heimweg, über Gut Almerfeld, vorbei an Rüben und Topinambur, zurück nach Alme.

Am Ende des rund 16 Kilometer langen Weges war der Muskelkater egal – denn im Kopf war man um einiges schlauer. Der Sauerländer sagt auch: „Dialekt ist Heimat für die Zunge.“ Und wer das nicht versteht, dem hilft auch kein Duden. Danke für die schöne Wanderung, Cordula und Melanie!

In diesem Sinne: Isso, willze machen!

Peter Pannenbäcker

„Wandern und beömmeln“

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