Alme aktuell

Viele Menschen haben die Wanderschuhe geschnürt …

 

 

Bei bestem Herbstwetter und guter Stimmung machten sich am vergangenen Sonntag 75 Wanderer, 4 Hunde und ein Pony gemeinsam auf die gut 20 km lange Strecke der 5. Etappe der WP-Wanderung. Man traf sich an der Schützenhalle, wo das Organisationsteam aus den Reihen der Alme AG vor dem Start eine kurze Begrüßung mit einzelnen Informationen zur Strecke und zum Ablauf gab, bevor es dann losging.

   

Ein kurzer Weg über die Straßen und schon empfing die Wanderer das sonnige, mit buntem Herbstlaub übersähte Mühlental mit seinem Quellteich und den 104 Einzelquellen. Der erste Stopp dann direkt am Wasser, um den Worten und Erklärungen von Klaus Hanzen zu lauschen, der über das Kalkgestein und den Buchenwald, vom Wasser, seinen Pflanzen und hiesigen Tieren sprach.

                 

 

                 

Dann ging es weiter durch das Tal. Rechts im Blick die stillgelegte Eisenbahnstrecke mit Tunnel und Viadukt. Auf der gegenüberliegenden Seite lugte der Uhufelsen hoch oben durch den Laubwald hindurch. Ein kleines Stück folgten wir dem Schotterweg, bis die Führungsriege vorneweg den Weg nach links einschlug. Über einen matschigen, mit Steinen gespickten schmalen Pfad tauchten wir ein in den Wald und folgten eben diesem bergan, immer der Sonne entgegen.

   

   

Durch den schmalen Weg kam die Gruppe nur recht langsam voran. Mal bergauf, dann wieder ein Stück runter, bis oben hin. Hier und da blinzelte die Sonne durch das Blätterdach, im Vorbeigehen gab der Wald  die Sicht auf beackerte Felder frei. In der Nähe des Felsen dann eine kurze Rast um sich zu sammeln.

   

Wolfgang Kraft verlas ein paar Worte von Annette von Droste-Hülshoff bevor sich der Zug wieder in Bewegung setzte. Auf den weiteren Kilometern waren Kühe auf der Wiese und Trecker, die auf den Feldern ihre Runden drehten unsere einzigen Wegbegleiter. Blauer Himmel und Sonne pur strahlten mit uns um die Wette.

  

                     

Im 500-Seelenörtchen Nehden erzählte ich in der Nähe einer alten Lore die Geschichte vom Kalkspatabbau und dem Dinosaurierfund in den 70er Jahren. Einige Wanderer stöberten in ihren Rucksäcken und ließen sich die mitgebrachten Leckereien schmecken. Die Glocken der kleinen Kapelle verkündeten die Mittagszeit. Sehr lange verweilten wir hier jedoch nicht, denn es lagen noch einige Kilometer vor uns. Es ging weiter durch die Straßen, Wiesen säumten den Weg bis zur Mariengrotte, von den Nehdenern geschaffen und liebevoll gepflegt. Dies wurde uns von Doris Seifert erzählt.

      

Dann führte der Weg erneut über einen Trampelpfad, mitten durch das urige Grottenwäldchen. Als wir den Waldrand erreichten, konnten wir den Blick weit über das schöne Immental schweifen lassen. Auch hier hatte der Herbst schon ganze Arbeit geleistet und seinen bunten Farbtopf ausgeschüttet.

       

An Wiesen- und Feldrändern entlang ging es bis zur nächsten Gabelung, ab hier dann wieder bergan. Der Untergrund war matschig, rutschig und schmal. Junge Buchen säumten unseren Weg. Alsbald dann wieder freies Feld, vor uns das Gut Almerfeld. Vor den Toren des alten Gutshauses sammelten wir uns, um den Worten von Cordula Kaup zu lauschen. Wir erfuhren einiges über die vielseitige Nutzung und die verschiedenen Bewohner des altehrwürdigen Hauses, die das große Glück hatten, hier inmitten von Feldern und Wäldern, dort wo Hase und Igel sich Gute Nacht sagen, eine Zeit ihres Lebens zu verweilen.

 

 

Und dann weiter, ein paar Höhenmeter auf sich nehmend, mit Blick in Richtung Bleiwäsche. Am Wegesrand tauchten Windkraftanlagen auf, die auf ihre Fertigstellung und Inbetriebnahme warten. Hier bekamen wir die wichtigsten Fakten von Christian Rohlfing erklärt. Unsere Blicke wanderten hoch hinaus.

  

   

    

Und der Rastplatz nahte. Am alten Forsthaus Loh erwartete uns Wanderer dank der fleißigen Helfer ein gemütliches, sonniges Plätzchen zum Verweilen. Viele Sitzplätze warteten darauf, von uns besetzt zu werden. Es wurden Kaltgetränke und Kaffee angeboten, die Verpflegung kam aus dem eigenen Rucksack. Jeder Gast erhielt aus den Händen von Doris und Alfred Seifert selbstgebackene, liebevoll dekorierte Enten die zum Verzehren eigentlich viel zu schade waren.

   

Nach einem kurzen Rastmoment und einem Gruppenfoto setzte sich der Trupp wieder in Bewegung. Ein paar Wanderer stiegen an dieser Stelle aus, Neue kamen hinzu.

Über den Diebesweg, dessen Namensherkunft mit einer „Wilderei-Geschichte von damals“ zu tun hatte, wie uns  Franz-Josef Schmücker erklärte, ging es weiter in Richtung Katzenstein. Um uns alle bei Laune zu halten, gab es erneut einen kurzen Stopp. Selbstgemachte Likörchen und ein Obstler machten die Runde. Doris Seifert verlas ein Gedicht, passend zur Jahreszeit und zum Schlückchen in unserem Glas. Dieser poetische Moment zauberte uns ein Lächeln ins Gesicht und sorgte für ein fröhliches Weitermarschieren durch die Wälder, über die Waldroute aufs Feld um dann wieder im Wald einzutauchen.

    

  

Nach einem letzten Anstieg erlaubte uns das freie Feld den Blick auf unser schönes Örtchen Alme.

Eine weitere Erklärung gab es von Cordula Kaup am alten Kalkofen, wo in der Vergangenheit Kalk gebrannt wurde. Dann nahmen wir die letzten Meter auf uns. Unser Ziel war der Almer Entenstall. Wolfgang Kraft bedankte sich bei allen Teilnehmern und uns Helfern für einen gelungenen Tag, verlas noch ein paar Worte von Annette von Droste-Hülshoff und entließ uns auf den Nachhauseweg oder in die Almer Gastronomiebetriebe. Diese hatten verschiedene Schmankerl für uns Wanderer im Angebot.

Bei einem erfrischenden Getränk endete dieser Tag mit vielen tollen Eindrücken und einer dicken Portion Zufriedenheit im Rucksack.

 

Herzlichen Dank auch an all diejenigen, die uns im Hintergrund unterstützt haben (Kaffeespende, Bänketransport, Straßensicherung etc.)

 

 

Den druckfrischen WP-Bericht gibt es Hier

 

Text: Melanie Stratmann

Fotos: Christian Rohlfing und Melanie Stratmann

Die WP wandert in Alme

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